Mein Start
Erst die Oberfläche, dann die Pipeline
Österreich war mein erstes Land. Die Daten habe ich am Anfang nicht über die API geholt, sondern direkt über die grafische Oberfläche von GeoSphere: Stationsdaten klima-v2-1m.
So habe ich auch den gesamten historischen Bestand heruntergeladen. Für den ersten Prototyp wollte ich mich ehrlich gesagt noch nicht mit der API beschäftigen und eine zweite Baustelle auf machen. Über die grafische Oberfläche kam ich relativ schnell an die Daten, auch wenn ich dabei immer wieder an Limits gestoßen bin. Gerade bei Österreich mit seinen sehr langen historischen Messreihen wurde dieser manuelle Weg irgendwann ziemlich mühsam.
Trotzdem waren genau diese schnell verfügbaren Daten für das Projekt enorm wichtig. Ich weiß nicht, ob ich die Klimachronik damals überhaupt weitergebaut hätte, wenn ich mich zuerst lange mit Datenzugängen, APIs und unterschiedlichen Formaten beschäftigen hätte müssen. Am Anfang wollte ich vor allem sehen, ob meine Idee überhaupt funktionieren kann, vor allem war ich mir etwas unsicher ob ich tausende Stationen gleichzeitig dynamisch anzeigen lassen kann.
Die Daten mussten einfach da sein, damit Dashboard, Mapper und später die ganze Verarbeitungskette entstehen konnten. Dass Österreich dafür eine große Menge historischer Messdaten einfach und barrierefrei liefern konnte, war für den Start entscheidend.
Die API-Anbindung
Klar aufgebaut und auf Deutsch recherchierbar
Mitten im Länderflow war es dann im August 2026 Zeit, Österreich ordentlich zu integrieren. Die GeoSphere-API ist klar aufgebaut: Host, Version, Typ, Modus und Resource-ID folgen einem festen Schema. Die Dokumentation ist verständlich, und nach einer ganzen Reihe fremdsprachiger Dokumentationen, ist es in der Muttersprache dann doch wesentlich angenehmer. Das spart Zeit!
Der Metadaten-Endpoint liefert Stationsliste, Parameter und den Zeitraum des Datensatzes direkt mit. Start der Reihe ist 1768. Bei den bereits integrierten Stations-IDs musste ich nur den Präfix AT_entfernen und der Rest passte direkt zur API.
Historische und aktuelle Daten laufen über denselben Endpoint klima-v2-1m. Unterschied ist nur der Zeitraum. Spalten wie time, station, tl_mittel, tlmax, rr und die übrigen Metriken werden von einem speziellen AT Importprofil direkt erkannt. Sobald CSV ankommt, greifen Zuordnung und Weiterverarbeitung ohne Umwege.
AT war bisher mit Abstand die einfachste Integration. Geschwindigkeit und Limits sind die bisher besten aller Länder - die Daten werden von GeoSphere unglaublich schnell und sauber ausgegeben.
Limits und Schnitt
Transparente Grenzen - und der richtige Blockschnitt
Die offiziellen Limits sind: 5 Requests pro Sekunde, 240 pro Stunde und max 1.000.000 Werte pro Anfrage. Mit Blöcken von etwa 100 Stationen und 30 Jahren sowie den aktuell aktiven 11 Messwerten plus 11 Qualitätsflags bleibt man unter der Millionen. Für den historischen Erstimport reichen grob 108 Anfragen. Der Response-Header datapoint-count zeigt zusätzlich die tatsächlich berechnete Requestgröße.
Das macht den Download extrem schnell.
Ein grober Vergleich: Das AT-Paket der historischen Daten benötigt für den Download ~ 2 Minuten und das Paket ist ~ 200 MB groß. Das Norwegen Paket mit ähnlicher Architektur, war dagegen mit ~100 Minuten sehr viel langsamer und mit ~ 4 GB deutlich größer, obwohl ich nur die benötigten Metriken über alle Jahre heruntergeladen habe. Okay, Norwegen hat 3x mehr Stationen, Österreich hat dafür wesentlich längere Messreihen und auch wenn man mit dem Faktor 3 hochrechnet, man sieht deutlich das AT hier sehr effizient aufgebaut hat.
Die Anfragen müssen trotzdem sorgfältig geschnitten werden. Zu große Stationen- oder Zeitblöcke überschreiten das Werte-Limit. Wer die Blöcke sauber hält, bleibt im grünen Bereich.
Was problematisch war
GUI rettete den Start - die API macht den Dauerbetrieb
Die grafische Oberfläche reicht für den Erstzugriff, nicht aber für einen regelmäßigen, reproduzierbaren Produktionsdownload. Bei etwas über 1000 Stationen und etwa 260 Jahren Historie stößt man dort immer wieder an Grenzen. Genau deshalb war der frühe GUI-Weg zwar projektrettend, aber keine Dauerlösung.
Der alte Host dataset.api.hub.zamg.ac.at darf übrigens nicht mehr verwendet werden. Die Weiterleitungen sind Anfang 2026 beendet worden. Wer noch alte Links oder Skripte hat, läuft ins Leere.
Österreich war der Startimpuls der Klimachronik: schnell verfügbar, fachlich stark und über die Oberfläche erst einmal erreichbar. Die API selbst ist sehr gut gemacht und im Vergleich zu anderen Ländern angenehm klar und sehr transparent. Es wird sogar ein API Changelog geführt (ich liebe so etwas 😁), wo laufend Verbesserungen / Neuerungen kommuniziert werden.
Mir ist dabei aufgefallen: Beim Wechsel von klima-v1 auf klima-v2 wurden unter anderem Parameternamen geändert. Für mich war das jetzt kein Thema, weil ich direkt mit v2 gestartet bin. Für eine irgendwann kommende v3 wäre es aber schöner, alte Namen als Alias mitlaufen zu lassen - sonst müsste man doch einiges anpassen.
Quellen und Arbeitsmaterial